„Corpus Delicti“, von Juli Zeh | 03.06.2016

 „Corpus Delicti“, von Juli Zeh – Aufgeführt von der FOS 2S 14

„(…)Gesundheit ist das Ziel des natürlichen Lebenswillens und deshalb natürliches Ziel von Gesellschaft, Recht und Politik. Ein Mensch, der nicht nach Gesundheit strebt, wird nicht krank, sondern ist es schon.“ (Fiktives Zitat über „Gesundheit als Prinzip staatlicher Legitimation“, von Heinrich Kramer)

Stellen Sie sich vor, jede einzelne Handlung von Ihnen wird überwacht und ausgewertet: Es wird Ihnen vorgeschrieben, wie viel Sport Sie wann zu erledigen haben, was und wieviel Sie essen müssen, Sie müssen regelmäßig Ihre Blutwerte untersuchen lassen, Ihre Partner werden durch Überprüfungen der Immunsysteme ermittelt und selbst ihr Urin wird kontrolliert. Klingt Schrecklich? In Juli Zehs Drama „Corpus Delicti“ (2007) ist dies´ Wirklichkeit.

Das Sciene-Fiktion Drama spielt in Deutschland im Jahre 2057. Das politische System – eine Gesundheitsdiktatur – nennt sich die METHODE. Für Gefühle und Emotionen bleibt dort kein Platz. Durch einen Fehler des „perfekten Systems“ verliert die Protagonisten, Mia Holl, ihren Bruder Moritz Holl. Nach Moritz´ Tod macht Mia eine spannende Entwicklung durch: Von einer Methodenanhängerin zur Methodengegnerin oder auch von einer Rationalistin zur Emotionalistin.