Die SchülerInnenfirma „BerlinBees” und die Bienen des Schöneberger Waldorf-Campus | 16.06.2018

Einige Mitglieder der Akademie arbeiten schon seit einem Jahr auf dem Waldorf-Campus in Schöneberg. Lesen Sie hier die Ereignisse um die Ankunft und erste Überwinterung der EMA-Bienen am neuen Standort:

 

Spätsommer 2017 in Berlin-Schöneberg, auf dem Gelände des noch nicht ganz fertig gestellten neuen Gebäudes der Emil Molt Akademie auf dem Waldorf-Campus zeigen sich neue und bekannte Gesichter zum Schuljahresbeginn. Die neue Klasse der Auszubildenden der Kaufmännischen Assistenz (KAS-17) befindet sich zusammen mit der Lehrerin Yvonne Walther und dem Lehrer Adrian Staudacher, Lernbegleitende der SchülerInnenfirma „BerlinBees“, zu Gast in den Räumen der Johannes-Schule, um sich mit dem Sozialverhalten der Bienen und der Arbeitsweise eines Bienenstocks zu befassen. Im Anschluss schauen die SchülerInnen nach den Bienen, betrachten ihre Kunst des Naturwabenbaus, ihre Arbeitsteilung und -organisation, ihren Fleiß und ihren Arbeits-rhythmus. Es ist ein feierlicher Moment: Die Einführung in die SchülerInnenfirma als Erlebnis- und Anschauungsgegenstand für den kaufmännischen Assistenzberuf anhand eines lebenden sozialen Organismus tausender zusammenarbeitender Bienen.

Im Jahr 2015 haben sich die Schülerinnen und Schüler der Emil Molt Akademie auf den  Impuls von Yvonne Walther zusammengeschlossen und ihr Unternehmen (eine SchülerInnen-Genossenschaft) gegründet. Schon in den ersten Monaten haben sie es geschafft, ein tolles Logo zu entwickeln und eine gut durchdachte Unternehmensstruktur aufzubauen. Die Produkte der Firma: Alles rund um die Bienen, wie Honig-, Propolis- oder Wachskosmetika (Gesichtscreme, Körperöl und Lippenbalsam), Bienenwachskerzen (gegossen und gedreht), Honigsüßwaren (Honigkekse, Honigpralinen und Bienenstich) und Herzhaftes (salzige Honignüsse, Grillsoße und Blätterteiggebäck).

Bei der Arbeit gilt: Alles muss ökologisch und insbesondere den Bienen wesensgemäß sein. Die Schülerinnen und Schüler setzen bei der Beschaffung der zusätzlichen Rohstoffe auf einen ökologisch vernünftigen Einkauf und unterstützen aktiv und/oder finanziell Umweltprojekte.

Bisher befanden sich unsere Bienenstöcke an zwei entfernt liegenden Standorten, in Schöneberg und in Kleinmachnow. Unterrichtet wurde am alten Standort in Schöneberg. Ein Unterrichtsraum wurde dafür zum Lernbüro umgestaltet. Dort und an den Standorten der Bienenhaltung wurden nun die Grundlagen des kaufmännischen Berufs (Beschaffung, Produktion und Vermarktung) praktisch erfahren, wobei die Hochphase des Weihnachtsgeschäftes von besonderer Bedeutung war. In den anderen Jahreszeiten geht es insbesondere um die Pflege der Bienen. Die BerlinBees arbeiten zusammen mit dem Landesverband des Vereins Mellifera, der sich dem bienengemäßen Imkern und der Wiederherstellung einer gesunden Mensch-Bienen-Symbiose verschrieben hat.

Mit den Bienenvölkern produzieren SchülerInnen unterschiedliche Honig-, Wachs-, Propolis- und Pollenprodukte; und sie lernen an konkreten Beispielen kaufmännische Aufgaben zu erledigen und Probleme zu lösen.  Außerdem hat BerlinBees ein eigenes Honigkochbuch entworfen und  veranstaltet Caterings auf der Grundlage der darin entwickelten Rezepte.

Wir sind gut vernetzt mit anderen SchülerInnen-Firmen in Berlin und bundesweit.  Durch unseren wichtigsten Förderer, die „deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS)“ werden die Vernetzungen und unsere Öffentlichkeitsarbeit unterstützt. Wir sind im Internet mit einer eigenen Homepage (https://www.berlinbees.info/) und auf Facebook (https://www.facebook.com/EMABerlinBees) aktiv. Seit unserer Gründung erhielten wir jedes Jahr das Qualitätssiegel für Schülerfirmen der DKJS. Dieses Siegel erhalten Firmen, die in den Bereichen Organisation und Struktur, Buchhaltung, Öffentlichkeitsarbeit und Profilbildung die Qualitätskriterien des Fachnetzwerks der DKJS erfüllen. Wir sind innerhalb (auf Elternabenden und Schulfesten) und außerhalb (bei öffentlichen Veranstaltungen, auf Märkten und durch die Cateringaktivitäten als Dienstleister) der Emil Molt Akademie (EMA) wie ein unabhängiges, genossenschaftlich organisiertes Wirtschaftsunternehmen tätig. Die nachhaltig wirtschaftende SchülerInnenfirma und das gleichnamige jahrgangsübergreifende Unterrichtsfach ist aber auch ein praktisches Langzeitunterrichtsprojekt im Rahmen des Ausbildungsgangs der Kaufmännischen Assistenz (KAS); die SchülerInnenfirma BerlinBees ist ein durch die EMA entwickeltes und ständig weiter zu optimierendes Lehr- und Ausbildungsprojekt mit einem eigenen Lernbüro/einer Lernwerkstatt.

Da der Winter im Februar 2018 besonders hart war, entschied ein Schüler, die „Beute“ (Bienenhaus/Bienenstock) kurz vor dem Erreichen der angekündigten minus 17° Celsius mit Isolationsmaterial vom Bau dick einzupacken. Alle befürchteten für die Bienen in Schöneberg das Schlimmste.

Am 14.März 2018 war die KAS-17 zum zweiten Mal in diesem Jahr bei den Bienen auf dem Waldorf-Campus in Berlin-Schöneberg. Mit einem Stethoskop hörten die Schülerinnnen und Schüler, dass die Bienen, unsere EMA-Pioniere, die Ansiedlung in der Monumentenstraße 13 B gut überstanden haben – sie summen, sie leben, hurra! Im Juli zieht die EMA zusammen mit der Erzieherfachschule in ihr neugebautes Haus zu den Bienen und der befreundeten Johannisschule nach Schöneberg. Wir können es kaum erwarten!

Herzliche Grüße von Euren BerlinBees der KAS-17 der EMA