Bäume pflanzen für das Klima | 01.12.2019

An einem Tag des Zwiespalts zwischen Konsum des Black Friday und der Demonstration des Klimastreiks hat die Klasse der kaufmännischen Assistenz, aus dem Jahrgang 2018, neue Bäume auf dem Campus der Emil Molt Akademie angepflanzt. 

Die Bäume, unter anderem ein Bienenbaum und eine Kupferfelsenbirne, wurden extra zum Wohle der hauseigenen Bienen ausgesucht. 

Ein kleiner Beitrag an Berlin, und unsere Welt.

Von Zoe Kamper

Turnhalle nimmt Gestallt an | 29.11.2019

Nach einer Zeit der Ruhe, geht der Bau der Sporthalle des Rudolf Steiner Bildungszentrum in die zweite Phase: Mit Kräften und Kränen wurden in nur zwei Tagen diese Holzwände aufgestellt. Nun kann man erkennen, wie hier ein neues Gebäude entsteht.

Foto: Marian Conens

Turnhalle im Bau Monumentenstraße 13 B
Turnhalle im Bau Monumentenstraße 13 B
Turnhalle im Bau Monumentenstraße 13 B
Turnhalle im Bau Monumentenstraße 13 B

Knigge-Essen 2019 | 11.11.2019

Kaufmännische Assistenten und Assistentinnen zum Praktikum auf Malta | 11.11.2019

Die Schüler und Schülerinnen der KAS-Abschlussklasse absolvieren zur Zeit ihr fünfwöchiges Praktikum. Die Reise- und Aufenthaltskosten werden durch das Erasmus+Programm der EU mitfinanziert.

Logo EU
Logo Bundesministerium für Bildung und Forschung

ENGLISCH-LEHRER*IN GESUCHT! | 22.10.2019

Das Kollegium der Emil Molt Akademie sucht ab sofort eine*n Teilzeit-Vertretungslehrer*in für das Fach Englisch für unsere Fachoberschul- und Ausbildungsklassen!

Bewerbungen bitte an info@emil-molt-akademie.de
oder rufen Sie an: 030 /  68 402 86 10.

Wir freuen uns auf Sie!

Grenzenlos glücklich! | 14.09.2019

Praktizierte Inklusion im Rahmen einer Erasmus+ Mobilität dreier Schulklassen auf gemeinsamer Erlebnis-, Kennenlern-, Arbeits- und Inklusions-Fahrt nach Juchowo/Polen

„….. Was ich mit – besser gesagt von – den Menschen gelernt habe: Sie sind trotz ihrer Behinderung glücklich und schätzen das Leben sehr…“ Emir

„ ….Als ich dann in die Küche kam stand da Mateo (Förderschüler Geistige Entwicklung)  hinter mir und fragte mich als Einziger, ob er mir helfen solle, na ja auf jeden Fall, … ich habe eine sehr interessante halbe Stunde mit ihm verbracht, und ich glaube, dass ich mit anderen Menschen nicht wirklich schneller gewesen wäre und wahrscheinlich auch nicht mit so viel Spaß …“ Simon

„.. So wie ein Baum seine ganzen unterschiedlichen Blätter hat oder seine unterschiedlichen Farben oder Formen, aber sie gehören alle zum selben Baum. Natürlich haben wir alle andere Gedanken und Ideale aber wir sollten vor unbekannten Sachen und Erwartungen trotzdem bereit sein, uns auf neue Menschen einzulassen…“ Erol

Die Emil Molt Akademie und die Parzival-Schule aus Berlin haben in diesem Jahr gemeinsam an einem Ersmus+Projekt teilgenommen. Das Rudolf Steiner Bildungszentrums hat mit dem Erasmus+Projekt (GEKA) den berufsbildenden und den förderpädagogischen Schüler*innen (Klassenstufe 10/11) dieser beiden Einrichtungen in diesem Spätsommer bereits zum zweiten Mal die Interdependenz von sozialen und wirtschaftlichen Tätigkeitsfeldern der Arbeitswelt erfahrbar gemacht. Der Leitspruch der EMA (einer berufsbildenden Waldorfakademie) lautet: „Wirtschaft verstehen, um sozial handeln zu können / Sozial handeln können, um Wirtschaft zu verstehen“ Die gegenseitige Bedingtheit von wirtschaftlicher, sozialer und auch ökologischer Vernunft ist in den beteiligten Berufsbildungsgängen der Sozialassistenz (SAS) und der kaufmännischen Assistenz (KAS) und auch in der Berufsvorbereitung der Klassenstufe 10 der Parzival-Schule gleichermaßen sehr wichtig. Daher haben alle im Jahr 2019 ihre Ausbildung beginnenden Schüler*innen der SAS und der KAS sowie auch die Schüler*innen (mit Lernbehinderung) der Parzival-Schule gemeinsam den Sinn sozial und ökologisch nachhaltigen (Land-) Wirtschaftens als tätige Menschen kennengelernt; besser noch (mit-)erlebt – daher Erlebnisfahrt. Das geschieht an Waldorfschulen idealerweise dadurch, dass Schüler*innen gemeinsam mit anderen Menschen ins Tun kommen – daher (Mit-)Arbeitsfahrt. Sie sollten außerdem Zeit haben, um sich als Schüler*innen der EMA und der Parzival-Schule gegenseitig und klassenübergreifend kennenzulernen – daher Kennenlernfahrt. Es war dabei wichtig, dass die gesamten Klassen KAS, SAS (der EMA Rudolf-Steiner-Bildungszentrum) und Klasse 10 (der Parzival-Schule) am Projekt teilnehmen, um das gegenseitige Kennenlernen junger Menschen verschiedener Klassen (mit Behinderung und ohne) in aller Dynamik zu ermöglichen. Alle Schüler*innen sollten somit zu Beginn ihrer Berufsvorbereitung in bunte Gruppen gemischt/inkludiert die Möglichkeit bekommen, in für soziale und (land-)wirtschaftliche Berufe relevanten Bereichen Kurzzeitpraktikums- und Workshop-Erfahrungen sammeln sowie am schulischen fachpraktischen Unterricht (FPU) teilnehmen zu können.

Primäres Ziel der GEKA-Fahrt war die Ermöglichung von Inklusion an einem gemeinsamen Ort. Der bio-dynamisch wirtschaftende Juchowo-Hof (Demeter) mit seiner intakten Gemeinschaft ist dafür ideal. Es kam dabei zu vorurteilsfreien und unvoreingenommen Begegnungen zwischen Menschen unterschiedlichster Herkunft und Art (Menschen mit Behinderung, Geflüchteten, Lauten, Schnellen, Kleinen, Großen…), wobei die Stärkung von Fähigkeiten, Kenntnissen und Kompetenzen, die für die
Ausübung eines Berufes notwendig sind ebenso im Mittelpunkt standen wie die sozialen Fähigkeiten und Kompetenzen. Das pädagogische Begleitpersonal der beiden Waldorfschulen aus Berlin hat die
Schüler*innen wochentags in abendlichen fachpraktischen Unterrichtseinheiten (FPU) zur Reflexion des Erlebten/Erfahrenen animiert. Es ging dabei um die Verknüpfung von praktisch erlangter sozialer und fachlicher Kompetenz der Schüler*innen mit ihren Vorstellungen einer beruflichen Tätigkeit in einer durch Diversität reich und bunt erlebten Welt. Die zwölftägige Mobilität sollte auch die Gemeinschaft der 21 Schüler*innen und ihre Bereitschaft, gut miteinander umzugehen, stärken. Dies erfolgte durch die gemeinsamen Arbeitseinsätze sowie durch das spielerische Erleben und Kennenlernen ganz von selbst. Die Arbeit umfasste dafür sowohl wirtschaftliche als auch Aspekte der Haushaltsführung und der sozialen Arbeit (z.B. muss auch das gemeinsame Essen geplant und produziert werden).

Morgenkreis in Juchowo

Neben den Arbeitseinsätzen in gemischten und rotierenden Gruppen fanden an Nachmittagen ebenso gemischte und durch das Gastgeberland Polen und die Europaregion Pomerania inspirierte kulturelle Veranstaltungen, Workshops oder fachpraktischer Unterricht (FPU) statt. Für die Ausbildung der SAS und der KAS sowie für die Berufsvorbereitung in der Förderpädagogik ist Fachpraxis wichtig: Fachpraktische Auslandserfahrungen gelten hierbei als wertvoller Baustein im Lebenslauf und erhöhen die Chancen auf dem nationalen/internationalen Arbeitsmarkt, Beschäftigung zu finden oder weitere Bildungswege einzuschlagen.

Learning from the Bees | 10.09.2019

Unsere Schüler*innen der KAS-18 haben an der zweiten Mellifera-Veranstaltung teilgenommen, die den Honigbienen gewidmet ist und 2018 vom Natural Beekeeping Trust in Amsterdam gestartet wurde. Diese Veranstaltung bestand aus einem zweitägigen Workshop der Waldbienenhaltung/ Zeidlerei und einer zweitägigen Konferenz. Sie zielte darauf ab, einen fachübergreifenden Dialog zwischen Imkern, Land- und Forstwirten und anderen (bspw. den Jungunternehmer*innen der BerlinBees) zu fördern. Während der Konferenz und im Unterricht der EMA wurde die Frage behandelt: “Wie können wir uns gemeinsam eine alternative Zukunft für die Bienenhaltung vorstellen, die stärker auf die Natur ausgerichtet ist und von dem profitiert, was die Bienen brauchen?”

MIT ANDEREN WORTEN: “WAS KÖNNEN WIR VON DEN BIENEN LERNEN?”

Lasst uns optimale und naturnahe Behausungen für ausgewilderte Bienen auf dem Waldorf Campus in Berlin Schöneberg bauen!

Wir haben an einer Klotzbeute nach mitgebaut!

Bildrechte/Copyright: Patrick Lindhof

Heilerziehungspflege Jahrgang 2018 | 09.09.2019

„Ich lerne seit einem Jahr den Beruf zur Heilerziehungspflege an der Emil Molt Akademie und kann mich hier auch in den künstlerischen Fächern vollständig entfalten. Besonders große Freue hatte ich beim Malen und dem Entdecken der Farben in der Natur.“
Serge

Projektwoche – EMA FOR THE FUTURE von Erol Samardzic | 25.08.2019

Bei dem Projekt der Emil Molt Akademie “ EMA FOR THE FUTURE“ ging es darum sich in Gruppen ein Teil der Schule auszusuchen und zu überlegen wie man ihn für die Zukunft verschönern kann. Die Idee zu dem Bild des EMA-Logos kam mir spontan als das Projekt begann. Dann, als die Idee bei der Gruppe gut ankam, ging es auch schon in den Baumarkt zur Materialbesorgung. Aus zwei großen Holzplatten besteht es. Eine für den Hintergrund und die andere für die Buchstaben, die wir aus der Platte ausgesägt haben mit der Stichsäge vom Hausmeister. Danach wurden die Buchstaben schwarz gefärbt und mit Holzkleber auf den weißen Hintergrund geklebt. Der Schluss bestand daraus mit verschiedenen Farben Aktion-Painting zu betreiben und im Anschluss das Bild aufzuhängen.

Ich kann nur sagen, dass war ein sehr tolles und anregendes Projekt das nicht nur die Kreativität fördert, sondern auch richtig Spaß gemacht hat.

Projetwoche – Brüderliches Wirtschaften von Anne Detjen | 25.08.2019

Reportage über meine Projektwoche

Es ist Montag, der erste Schultag nach den Sommerferien. Der große Saal, der eigentlich für Eurythmie und darstellendes Spiel genutzt wird, sieht schon ziemlich Menschen gefüllt aus als ich um 9:40 Uhr den Raum betrete. Größtenteils sind es Schüler und Lehrer die ich seit fünf Monaten nicht mehr gesehen habe, da ich für diese Zeit im Praktikum war. Der Raum füllt sich und ich nehme den immer höher steigenden Geräuschpegel deutlich wahr. Trotzdem fühlt sich alles sehr familiär und nett an.
Ich schaue auf meine Handyuhr und es ist 9:48 Uhr. Frau Nagelsmann geht jetzt durch die Reihen und schlägt zur Entspannung immer wieder einen Gong an und erzählt etwas dabei – was sie erzählt kann ich nicht wiedergeben, da ich mit meinen Gedanken bei der letzten Projektwoche vor einem Jahr bin und mich Frage, ob es möglich ist, dass die Zeit noch schneller verfliegt als sie es eh schon tut.
Als ich mich wieder dem Geschehen im Saal widme, steht Frau Kiel vorne und stellt ihr Projekt: „Kundalini Yoga“ vor.
Eine halbe Ewigkeit später stellt sich nun das letzte Projekt: „Brüderliches Wirtschaften“ vor. Dieses Projekt stellen Frau Bonn-Meuser und Frau Walther vor.
Mir ist jetzt schon klar, dass ich in dieses Projekt will, da ich schon letztes Jahr mit diesen beiden Lehrern bei: „Bedingungsloses Grundeinkommen“ war und mir das sehr gut gefallen hat.
Ich kenne den Verlauf der Vorstellungen der Projekte schon vom letzten Jahr und warte daher bis ein Lehrer die Ansage macht, dass jede Klasse einzelnt den Saal verlassen darf, um zu dem Raum seines Wunschprojekts zu gehen.
Ich schaue nach unten auf den mit braunen Fake Parkett ausgelegten Boden und höre nun die Stimme eines Lehrers, dass die erste Klasse, die FOS 1 S/W 19, jetzt den jeweiligen Raum des Wunschprojektes aufsuchen dürfe.
Ich sehe zu, wie sich der Saal leert und schaue in neue Gesichter.
Nach einigen Minute höre ich wie meine Klasse, die FOS 2 S/W 18, aufgerufen wird und gehe mit meinen Mitschülern aus dem Saal.

Ich gehe zielstrebig in den Raum 2.14, meinem früheren Klassenzimmer wo ich nun wieder die nächste Woche verbringen werde. Ich trete in den Raum und vor mir sehe ich einen Stuhlkreis aus ungefähr zwölf Stühlen.
Nach einer kurzen Durchmusterung der Leute die sich für dieses Projekt entschieden haben und schon vor mir die Klasse betreten habe, fällt mein Blick auf einen Tisch an dem wir uns in die Teilnehmerliste eintragen sollen.

Als ich den Stuhlkreis erreiche, sitzen schon einige Schüler auf den Stühlen. Mehrere der Gesichter und Stimmen kenne ich schon aus dem vergangenem Jahr, viele sind mir aber auch noch unbekannt. Ich sehe zu wie sich der Stuhlkreis mit immer mehr Gesichtern füllt und höre Unterhaltungen von Schülern die sich scheinbar schon kennen. Immer wieder schaue ich nach unten auf den grauen Boden, warum ich diese Angewohnheit habe nach unten zu schauen und mich somit abzukapseln, weiß ich nicht.
Als ich wieder in die Runde blicke, sollen wir uns alle erst einmal kurz vorstellen. Am besten wäre Name, Klasse und warum er/sie hier her gekommen ist.
Ein mir noch unbekanntes Mädchen fängt an zu erzählen. Sie ist im ersten Jahr der zweijährigen Fachoberschule, ihren Namen und ihr Alter sagt sie auch noch dazu. Der Raum ist leise und ich merke, dass dem Erzählenden die ganze Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Jetzt haben sich alle vorgestellt und mehrere Leute verschwinden wieder aus dem Stuhlkreis. Es wird wieder lauter und jeder greift sofort nach seinem Rucksack, um die Schule zu verlassen.
Ich sehe auf meine Uhr und es ist 11:15 Uhr. Seitdem ich diese Klasse betreten habe, sind nicht einmal 25 Minuten vergangen.
Ich setze also auch meinen Rucksack auf, verabschiede mich kurz und gehe aus dem Raum.

Es ist Dienstag. Ich betrete die Klasse und schaue in mittlerweile schon bekannte Gesichter. Noch nicht alle Schüler sind da und wieder unterhalten sich mehrere in kleinen Grüppchen oder führen zweier Gespräche. Einige Minuten später sind wir vollzählig und ein mir wohlbekannter Mann steht jetzt vor dem Stuhlkreis.
Er ist vielleicht mitte dreißig, kein Lehrer sondern ein Gast. Der Mann heißt Marian und ist mir noch von der letzten Projektwoche bekannt.
Ich sitze im Stuhlkreis, der jetzt eher einem ovalförmigen Halbkreis ähnelt, ganz links und höre aufmerksam zu. Marian sagt, dass wir uns heute hauptsächlich mit der Fragestellung: „Was ist Arbeit“ beschäftigen. Ich merke, wie ich innerlich meine Gedanken ordne und nach Antworten auf diese Frage suche. Meine Gedanken die zu dieser Fragestellung passen, sind noch begrenzt. Unvermeidlich ploppen zuerst die Begriffe: Intellektualtität, Studium und Geld in mir auf. Ich versuche an sich sehr eine solche “Normhafte“ Denkweise der intellektuellen Oberschicht zu vermeiden.
Aus meinem Anfangsgedanken entwickeln sich jetzt immer mehr Gedanken die mit diesem Thema in Verbindung stehen und ich spüre, dass ich mich in einem inneren Netz befinde, in dem ich auch sonst nicht selten stecke, wenn ich mich mit solchen Fragen auseinandersetze.
Ich suche mir eine rasche selbst ausgedachte Definition heraus und werfe die Begriffe: Geld, Konzentrations- und Zeitaufwand in die Runde.

Marian schreibt jetzt etwas an die Tafel und ich lese die Wörter: Praxis und Theorie. Über Theorie steht noch das Nomen: Denken und neben „Denken“ steht der Begriff: „Intellekt“. Ich frage mich, ob die Leute meine Gedanken lesen können oder wieso sonst ausgerechnet diese Wörter, mit denen ich mich auch privat sehr auseinandersetze, elementare Begriffe dieser Projektwoche sind.
Wieder kreisen mir sehr viele Fragen und Gedanken im Kopf herum, die zwar nicht direkt mit der Fragestellung was Arbeit sei, in Verbindung stehen, für mich jedoch trotzdem relevant sind. Es sind Fragen wie: „Was ist Intellektualität überhaupt und was zeichnet es aus?“, „Wird der Intellekt von der Familie weiter gegeben oder doch eher durch ein Studium?“ und „Sind wir nicht alle etwas rassistisch, wenn wir auf „niedrigere“ Berufe hinunter schauen?“.
Plötzlich muss ich an meinen vor einigen Jahren selbst definierten Begriff des „Pseudointellekts“ denken. Als Pseudointellektuel habe ich Leute definiert, die selbst noch nichts im Leben erfahren haben, jedoch der intellektuellen Schicht angehören, meinen das allein „richtige Denken“ zu haben und auch die „richtige Moral“.
Der Anteil der Schüler, die sich aktiv beteiligen und sich in die Diskussion mit einbringen, ist groß. Ich sehe und höre wie viele der Leute nachdenken und sich ohne Handzeichen zu Wort melden.

Frau Walther meldet sich und fragt, was wir arbeiten würden wenn wir ein bedingungsloses Grundeinkommen hätten. Genau diese Frage kam auch schon in dem Projekt letztes Jahr dran.
Da nicht alle Schüler in dem Projekt des bedingungslosen Grundeinkommens waren, höre ich noch vor irgendeiner Antwort, die Definition hierfür von einem der Schüler.
Mit dem bedingungslosen Grundeinkommen erhält jeder Bürger/ Bürgerin Deutschlands pro Monat eine gewisse Summe Geld, egal ob er/sie arbeitet oder nicht.
In mir kommt Skepsis hoch, Skepsis weil ich glaube, dass das mit dem bedingungslosen Grundeinkommen eine Utopie ist. Mir ist unklar, wie das alles finanziert werden würde, da der Staat ja dann mehr ausgibt als er einnimmt. Meiner logische Schlussfolgerung wäre, dass der Staat monatlich eine riesen Summe Geld ausgäbe, dann zwar Steuern einnähme aber die Infrastruktur müsste ja auch noch irgendwie aufrecht erhalten werden. Also wäre dann entweder die Frage, wie der Staat monatlich so viel Geld ausgeben könnte oder wie dieser die Infrastruktur aufrecht erhält.
Ich plädiere sehr für ein besseres Sozialsystem. Ich bin sehr für gute Bildung in Schulen, egal aus welcher Bildungsschicht die Eltern stammen, und Inklusion liegt mir sehr am Herzen. Jedoch finde ich das Konzept des Grundeinkommens sehr fragwürdig.

Wenn es jedoch ein bedingungsloses Grundeinkommen gäbe, würde ich wahrscheinlich viel mehr Risiken wagen und meine Träume wie zum Beispiel den Aufbau von einer für mich perfekten Schule versuchen zu verwirklichen.

Ich schaue aus dem geöffneten Fenster hinter mir und spüre eine angenehm frische Brise auf meiner Haut. Mein Blick fällt zu den spielenden Kindern auf dem gegenüberliegenden Spielplatz und ich frage mich, in welcher Welt diese Kinder später wohl einmal aufwachsen werden.

Es ist jetzt etwa 15:20 Uhr und Frau Walther sagt, dass wir uns morgen um 10 Uhr wieder hier träfen.
Ich bleibe noch einige Sekunden sitzen und fange langsam an meine blaue Baumwolljacke in meinen Rucksack zu packen. Die meisten der Schüler sind schon aus der Klasse gegangen als ich wieder aufblicke. Nach einer kurzen Verabschiedung verlasse ich nun auch den Raum.